Zinsen steigen dieses Jahr nicht!



Die EZB hebt die Zinsen auch im kommenden Jahr nicht an. Dieser Schritt kann nicht wirklich überraschen.


Selbst wenn Mario Draghi (EZB-Chef) den Brexit und die vielen Handelskonflikte als wachsende internationale Unsicherheit ins Feld führt, so sind den Währungshütern die Hände gebunden, da alle europäische Banken die Folgen der Finanzkrise noch nicht überwunden haben.


Durch den Haushaltsstreit ist diese Situation noch verschärft worden. Mögliche Abschreibungen auf italienische Anleihen würden zwar vor allem italienische Banken belasten, doch deren Einfluss reicht viel weiter. Die HypoVereinsbank ist eine Tochter der UniCredit.


Darüber hinaus präsentieren sich Finanzunternehmen immer noch unsicher. Steigende Zinsen machen ihnen das Leben schwer und Immobilienunternehmen profitieren stark vom niedrigen Zins. In Deutschland sieht es ganz gleich aus. Es ist also nicht so, dass die EZB die Zinsen nicht anheben will, sondern Sie kann es einfach nicht.




Weidmann kann da nicht mithalten


Davon ausgehend kann Jens Weidmann da nicht mithalten. Wenn die EZB die Zügel nicht anziehen kann, kann der Bundesbank-Chef nicht die Geschicke der EZB leiten. Weidmann war immer schon der interne Kritiker einer expansiven Geldpolitik und Befürworter einer Zinswende. Selbst wenn er zuletzt entspannte Töne klingen ließ und unter Verweis auf die Preisstabilität den Kurs der EZB verteidigte, wird er in der Finanzwelt als Hardliner oder Falke wahrgenommen.


Mario Draghi wird mit dem Zitat in Erinnerung bleiben, “alles” zu unternehmen, um den Euro zu bewahren. Kann ein Nachfolger etwas Anderes sagen, ohne Panik auszulösen?

Die Lage ist an einem komplizierten Punkt. In den USA und an den Finanzmärkten weltweit werden wieder Zinssenkungsfantasien lauter. Im Umfeld einer schwachen Wirtschaft wächst der Wunsch, den herrschenden Aufschwung so lange wie nur möglich am Leben zu erhalten. Eine großzügige Geldpolitik ermöglicht das.


Die Zinsen werden noch sehr lange sehr niedrig bleiben


In Deutschland wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel. Das zeigen die desaströsen Aprildaten mit deutlichen Rücksetzern bei der Industrieproduktion und beim Export. Ein Rückgang bei den Einzelhandelsumsätzen zeigt, dass die Binnenwirtschaft auch einen Knacks erleiden könnte.


Fazit:

Der Welt werden niedrige Zinsen noch sehr lange erhalten bleiben.

Nicht nur bis Ende 2020. Wer das akzeptiert, kann sich jetzt gut positionieren.


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