Trading-Sünden von A bis Z



Fehltritte vermeiden: Gewinn und Verlust liegen beim Trading eng beieinander. Nur wer an seinen Fehlern arbeitet, kann an der Börse dauerhaft erfolgreich sein.

Trading-Sünden sind beim täglichen Handel an den Märkten hinderlich. Neben den ganz groben Fehlern, die möglich sind, müssen Trader auch scheinbare Nebensächlichkeiten im Auge behalten. Hierzu gehört etwa die technische Ausrüstung.


Auch wenn die Fehler noch so schmerzhaft sind bewahren sie einen nicht davor diese zu wiederholen. Selbst erfahrene Trader machen nach Jahren im täglichen Börsengeschäft immer noch Anfängerfehler. Sie entdecken oft erst beim Schreiben und Auswerten der Tagebücher das eine oder andere faule Ei: Mal konnte man die Finger nicht davon lassen das Kursziel manuell zu ändern, eine Woche später schlägt ein Langeweiletrade zu Buche, der eindeutig noch vor Verlassen der Seitwärtszone eingegangen wurde oder ein klares Shortsignal einer Aktie wurde ignoriert, weil man Recht haben wollte mit der eigenen bullischen Einschätzung des Gesamtmarktes.


Wenn die Performance stimmt widmet man seinen Schwächen meist nicht genügend Aufmerksamkeit, bis diese einen letztendlich einholen. Eine vergleichbare Beschäftigung ist Poker. Hierbei liegt täglich, stündlich oder sogar im Minutentakt Freud und Leid eng beisammen. Im Börsengeschäft und beim Pokerspiel werden sich am Ende nur diejenigen durchsetzen, die mit offenen Augen durch die harte Schule der Niederlagen und Demoralisierungen gehen. Nur wenn man seine Mängel aufdeckt und akzeptiert besitzt man irgendwann die Disziplin und Beharrlichkeit für einen dauerhaften Erfolg an der Börse. So selbstverständlich wie das klingen mag; die Schar derer, die aus ihren Fehlern tatsächlich lernen und Kapital schlagen, ist erstaunlich gering.


Die nachfolgende Liste soll Ihnen dabei helfen diese Fehler nicht, oder nicht zu oft, zu machen. Es hilft, wenn man diese Liste ab und an betrachtet und kurz darüber nachdenkt welche Sünden man immer noch begeht. Die Auflistung erfolgt, der Einfachheit halber, in alphabetischer Abfolge. Zwar lassen sich die bekannten „Big 5“ – Einstieg, Ausstieg, Risiko- und Moneymanagement und die Traderpsyche – durchaus als Eckpfeiler verstehen. Ein solides Gesamtkonzept sorgt trotzdem letztendlich für den Erfolg. Man sollte sich nicht nur einzelne Bausteine rauspicken sondern an allen nachfolgend genannten potenziellen Schwachpunkten gezielt ansetzen. Entweder durch Systematik und Methode, oder durch Ehrgeiz und Disziplin.


Abhängigkeit


Mentoren sind ein gängiger Weg, um Fuß zu fassen im oft einschüchternden Börsengeschäft. Daran ist auch gar nichts auszusetzen. Allerdings kann dies nur eine Ergänzung darstellen. Ziel muss immer sein, selbst Entscheidungen treffen zu können. Ohne abhängig zu sein von einem „angeblichen Guru“, der einen jederzeit im Stich lassen kann, oder dessen bis dahin so tolles System plötzlich versagt. An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt: Sinnvolle Dienstleister, die ihr Geld wert sind, bieten Unterstützung und garantieren keine utopischen Vorstellungen.


Aktionismus/Overtrading


Auch als Langeweiletrading bezeichnet. Daytrader, die ständig vor dem Schirm sitzen, haben naturgemäß ein viel größeres Problem als Gelegenheits- oder Swingtrader. Es benötigt Selbstbeherrschung und Disziplin um wirklich nur dann in Aktion zu treten, wenn das Setup auch klar erfüllt wurde. Jeder hat sich schon selbst dabei ertappt wie er z.B. in einem sehr bullischen Gesamtmarkt nicht mehr ganz objektiv nach frischen Kaufsignalen in Aktien gesucht hat, sondern dann auch noch in jene einsteigt, deren Initialzündung eigentlich schon einen oder gar zwei Handelstage zurückliegen. Overtrading kann die Performance extrem schmälern. Wer diese Schwäche an sich erkennt, muss unbedingt daran arbeiten!



Ausreden / Schuldzuweisungen


Der Ölpreis ist schuld, der Broker hat komisch getaxt, der Börsenbrief ist Schrott, oder meine Kinder haben mich abgelenkt. Schuld an einem unglücklichen Fehltrade oder dem Versenken des ganzen Depots sind immer externe Einflüsse. Wer so denkt hat die Spitze der Pyramide noch nicht erreicht. Fehlerquelle Nr. 1 ist ganz klar der Trader! Nur wer Verantwortung für seine Aktionen übernimmt, Schwächen und Stärken genau kennt und an ihnen arbeitet, kann am Ende ganz oben stehen.


Ausrüstung


Ohne gutes Werkzeug kein gute Arbeit! Wir von MoreTrading müssen oft Überzeugungsarbeit leisten, bis ein Klient, mit zigtausenden Euro Umsatz im Monat versteht, dass es notwendig ist einen Bruchteil des Umsatzes für eine automatisches Analyse- oder Handelssoftware auszugeben um seinen Umsatz stabil zu halten. Trading muss man sich als Ein-Mann-Unternehmen vorstellen. Dazu sind ein paar, im Verhältnis geringe, Investitionen z.B. für optimale Trading-Signale Voraussetzung. Neben der Software bedarf es dann nur noch eines geeigneten Brokers für seine Bedürfnisse, und schon kann's losgehen.




Einkommensdruck


Erschreckenderweise gibt es immer noch Einsteiger die ihre Ausbildung vernachlässigen oder gar ihren Beruf gekündigt haben, in der Hoffnung an der Börse dauerhaft erfolgreich sein zu können. Natürlich ist das möglich, keine Frage. Aber mit so einem Sprung ins oft kalte Wasser baut man sich einen enormen emotionalen und realen Druck auf. Dieser Druck ist oft Kontraproduktiv. Das muss jedem klar sein.


Jemand der gerade einmal Rücklagen für sechs Monate hat wird nicht die Ruhe weghaben, wenn nach drei Monaten der Erfolg immer noch auf sich warten lässt. Dabei besteht die Gefahr unter Druck eine noch schlechtere Performance zu erzielen. Eine Faustregel besagt: Wer sich nicht mindestens ein ganzes Jahr in Ruhe ohne Druck dem Trading widmen kann, für den ist Daytrading als Vollzeitjob absolut nicht ratsam. Stattdessen sollte man sich einfach mit einfachem End-of-Day-Trading die Kenntnisse, Routine und hoffentlich auch ein finanzielles Polster aufbauen.



Martingale


Die Gefahren einer Positionsaufstockung im Verlust sind nicht unerheblich. Oft geht so eine „Strategie" noch dazu Hand in Hand mit dem Verzicht auf einen Stop Loss. 99-mal geht so eine Vorgehensweise vielleicht gut aus, aber spätestens beim 100.-mal kickt man sich damit selbst aus dem Geschäft. Solche Martingale-Strategien gehen klar gegen das wichtigste Prinzip eines ernsthaften Traders: Kapitalerhalt!


Planlos


Das Erste was man jeden Tag neu bestimmen muss ist die Planung der Trades. Ziel muss sein schon VOR dem Einstieg zu wissen wo man den Stop setzt, wie hoch die Stückzahl sein soll und wann der Ausstieg erfolgen muss. Ganz abgesehen davon braucht man natürlich auch ein solides Regelwerk für den Einstieg selbst. Die erste Frage lautet: Wie gelangt man zu einer Ein- und Ausstiegsentscheidung? Diese Frage wird nur selten konkret beantwortet. Da ist es kein Wunder, dass sich daraus viele Probleme ergeben. Nur mit einem Plan, den man auch diszipliniert umsetzt, hat man eine langfristige Chance an der Börse.


Rechthaberei


Dieses Verhalten erwischt sogar die Besten hin und wieder. Dabei ignoriert man gesetzte Kursziele, weil man glaubt den Markt vorhersagen zu können oder man stockt im Verlust auf. Der Markt hat immer Recht! Dieser Tatsache sollte man sich keine Sekunde verschließen.


Selbstüberschätzung


Gerade wenn man einen tollen Lauf erlebt, neigt man zu falschen Entscheidungen. Man fühlt sich unbesiegbar und denkt das geht immer so weiter. Man merkt aber sehr schnell wie eigenwillig der Markt ist und wird rasch wieder auf den Boden der Realität zurückholt. Selbst für Profis ist das hin und wieder ein Problem. Nur automatische Handelssysteme bieten dafür eine Lösung. Wir von MoreTrading bieten für jeden ernsthaften Trader diese Möglichkeit an.


Sprunghaftigkeit / Psychische Instabilität


Drawdownphasen sind immer hart und unbarmherzig. Objektive Überwachung und Feintuning des Setups sind jederzeit erlaubt und gut zu heißen. Jedoch sollte man nicht nach jeder kurzfristig schlechten Phase sofort am ganzen Setup zweifeln. Alles über Bord zu werfen und neu aufgeschnappte Ideen in der Praxis zu testen ist keine gute Lösung. Aus einem Trendfolger wird so über Nacht ein antizyklischer Trader der in der darauffolgenden Woche ein Ross-Anhänger ist. Man sollte zuerst die Schwächen eingrenzen, akzeptieren und an ihnen arbeiten, bevor man sich einem ganz neuen Konzept zuwendet.


Die beschriebene Tradingsünde Aktionismus/Overtrading geht zum Teil mit dieser psychischen Instabilität Hand in Hand. Von einem Trade in den Anderen zu hüpfen, weil man ständig seine Entscheidungen revidiert. Das freut nur den Broker. Auch die Panik, die viele ergreift, wenn gerade Fehltrade auf Fehltrade folgt sorgt für falsche Entscheidungen. Dann ignoriert man aus Angst vor weiteren Verlusten häufig viele Signale; dadurch verpasste Gewinne verstärken diesen Teufelskreis dann nur noch. Dabei hilft am besten eine Auszeit in der man sein Setup festigt und ein kurzes Papertrading durchläuft bis der Ablauf wieder eingespielt ist und sich die Erfolge wieder einstellen.



Überoptimierung


Backtestings und Optimierungen mittels computergenerierten Trading-Signalen oder entsprechende Software sind ein hervorragendes Hilfsmittel zur Ausmerzung von Schwächen und der Ausformung des persönlichen Setups. Dabei passiert es aber oft das Anfänger oder auch Profis sich selbst betrügen in Form des Curve Fittings, auch Überoptimierung genannt. Das bedeutet, dass für viel zu viele Freiheitsgrade, basierend auf der Vergangenheit, der exakt optimale Wert ermittelt wird. Spezielle Software schafft da Abhilfe und beseitigt schnell solche Fehler und gibt dem Markt mehr Spielraum um auf verändernde Märkte und damit Stabilität zu achten. Vielen Anfängern geht es gleich auf der Suche nach einem System. Bei 3 bis 4 Indikatoren mit verschiedenen Parametern für Long- und Shorttrades, unterschiedliche Stops und Kursziele je nach Positionierung, alles exakt auf die bis dahin bekannte Vergangenheit abgestimmt ergibt in der Summe über zehn Freiheitsgrade, die optimiert werden müssen um ein stabiles Setup zu erstellen. Für einen Trader ohne entsprechende Software ist das ein Albtraum. Keep it simple! In der heutigen Zeit sind solche Softwarelösungen günstig im Gegensatz zu den Verlusten die entstehen können, wenn man Fehler macht. Das optimale Werkzeug eines Traders sollte helfen Entscheidungen zu treffen. So machen es alle Banken oder Handelshäuser. Wir von MoreTrading bieten diese Software mit entsprechender Hilfestellung an.


Ungeduld / Gier


Seminare, Mentoren und sogar gut geführte Coachings lassen jeden Trader irgendwann alleine. Konstante, solide Ergebnisse zu erzeugen ist wichtig um davon leben zu können. Kein hochbezahlter Analyst würde eine Analyse ohne entsprechende Hilfsmittel starten. Jedes Handwerk benötigt Werkzeug und umso mehr Gewinn man erreichen möchte umso mehr Zeit und Geld muss man investieren.


Wir bekommen ständig Mails à la „...versuche nun schon seit einiger Zeit eine ordentliche Strategie zu entwickeln und mache nur Verluste. Trading ist nichts für mich." Oder „Werde nächsten Monat den Job kündigen, welches Buch und welcher Indikator macht mich zum Gewinner?"



Schon bei der mentalen Einstellung trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Erinnern Sie sich zurück wie lange Ihre Berufsausbildung gedauert hat. Drei Jahre, fünf Jahre oder noch länger? Welche Investitionen mussten Sie tätigen? Wie hoch war danach das Gehalt oder der Lohn? Mit dem Trading ist es nicht anders, sogar extremer. Wer glaubt die Börse wird einem als lockere Nebenbeschäftigung die finanzielle Freiheit ermöglichen ohne entsprechende Hilfsmittel, auf den wartet ein böses Erwachen.


Optimismus


Viele Trader ignorieren bewusst oder unbewusst ein Chartbild, welches klar empfiehlt laufende Trades glatt zu stellen. Ob im Minus oder nicht, wenn es einem nicht passt, sieht man den Tatsachen einfach nicht ins Auge. Eine Kategorie darüber stehen Trader, die einem nicht optimierten Setup immer noch blind vertrauen, obwohl es ständig nur Verluste produziert. Diese Augenwischerei á la „das wird schon, hat ja auch in der Demo geklappt" kann und wird zu einem sehr schmerzhaften Ende führen.

Ein ausführliches Journal, welches sowohl die nackten Zahlen als auch die Gefühle und Gedanken bei Ein- und Ausstieg festhält, hilft einem die Selbsterkenntnis, Selbstkontrolle und Disziplin im Hinblick auf das Trading zu verbessern.


Der falsche Broker


Es ist verwunderlich und auch ein nationales Phänomen, dass der Deutsche ungern seine Bank bzw. den Broker wechselt. Hat man einmal den Aufwand einer Kontoeröffnung betrieben und das Geld überwiesen, bleiben die meisten sehr lange oder für immer treue Kunden. Stellen Sie Ihren aktuellen Broker einfach mal anderen gegenüber. Sowohl was wichtige Eigenschaften betrifft, aber vor allem auch die Kosten pro Trade. Diese ergeben, über die Zeit gesehen, eine stattliche Summe die unbedingt beim Vermögensaufbau einkalkuliert werden muss.


Fazit:

Es ist möglich erfolgreich an der Börse zu sein, wenn man die oben beschriebenen Punkte beachtet. Für jeden der diese Tätigkeit auf die leichte Schulter nimmt wird es eine sehr teure Angelegenheit.


Erfolg im Trading zeigt sich durch gute Vorbereitung und eine Gelegenheit.

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