Stecken sich nun auch die Börsen an?



Seit Januar sorgt die Covid-19-Epidemie für Bewegung an den Börsen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach einer rapiden Zunahme von Infektionen in China Ende Januar eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Vor allem Südkorea und Italien meldeten im Februar einen deutlichen Anstieg der Infektionen. Somit besteht derzeit immer noch die Gefahr, dass aus einer begrenzten Epidemie eine internationale Pandemie werden könnte. In der letzten Januarwoche wurde erkennbar, dass die Epidemie zumindest in China weitreichende Auswirkungen haben wird. Dabei kam es an den Aktienmärkten zu hohen Kursverlusten, vor allem an den chinesischen Festlandbörsen. Die chinesische Notenbank hat es geschafft, mit Liquiditätsspritzen von umgerechnet rund 275 Milliarden Euro einen regelrechten Crash zu verhindern. Im Februar war an den Aktienbörsen schon eine deutlichen Kurserholung zu erkennen, so dass viele Aktienindizes sogar auf neue Rekordhochs kletterten. So geschah dieses mit dem Dow Jones und dem DAX. Die Erfahrung mit der SARS-Epidemie 2002 und 2003 lässt Wirtschaftsfachleute und Börsenexperten davon ausgehen, dass die Epidemie langfristig auf den Aufstieg Chinas allenfalls marginale Auswirkungen haben wird. Im Augenblick jedoch werden die Folgen für China und sogar für die Weltwirtschaft weitreichender sein als vor über 16 Jahren. Der jetzige Virus ist mit einer Sterblichkeitsrate von ein bis drei Prozent weniger tödlich als 2003, als ungefähr jeder zehnte Infizierte starb. Trotzdem ist die augenblickliche Infektionssituation viel schwerer einzudämmen. Das liegt daran, dass bereits Infizierte für weitere Personen ansteckend sind, bevor Symptome auftreten. Dazu kommt noch, dass China jetzt viel größere Bedeutung für die Weltwirtschaft hat als 2003. Sowohl als Absatzmarkt als auch als Teil internationaler Lieferketten nimmt China heute eine weltweite Spitzenstellung ein. Fazit:

Wenn sich die Ausbreitung in den nächsten Wochen eindämmen lässt, werden die Börsen nur von einer zeitlich eng begrenzten Unterbrechung des Wirtschaftswachstums für China und die Welt ausgehen. Das Wirtschaftswachstum wird sich durch Nachholeffekte im Jahresverlauf 2020 beschleunigen. Dabei ist es verständlich, dass die Aktienmärkte im Februar gestiegen sind. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn man muss in den nächsten Wochen, im Zusammenhang mit der Epidemie, immer wieder mit schlechten Nachrichten rechnen, die Kursverluste auslösen könnten.

Peter Beck CEO, MoreTrading




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