BlackRock befragt Kunden zu geplanten Umschichtungen



Die Umfrage unter den weltweit größten BlackRock-Kunden zeigt, welche Trends diese großen Kapitalsammelstellen sehen und wohin sie ihre Gelder lenken werden. In Zukunft profitieren private Marktanlagen. Druck wird es bei dem Verkauf von Aktien geben. Das zumindest sagt Marcus Severin. Er ist Leiter des Geschäftes mit Versicherern in Deutschland und Österreich bei BlackRock.


Weltweite institutionelle Investoren verlagern die Risiken von öffentlichen auf private Märkte und bei Aktien werden die Risiken reduziert. Das ist die Kurzfassung der diesjährigen Umfrage unter BlackRocks 230 größten institutionellen Kunden. Diese Kunden verwalten insgesamt ein Vermögen von mehr als sieben Billionen Dollar. Diese Umfrage wurde über einen Zeitraum von vier Wochen im November und Anfang Dezember 2018 gemacht.


Wird das Risiko durch Exposure in illiquiden Marktsegmenten gesenkt?

Die Bedenken, dass der Wirtschaftszyklus kippen könnte, nehmen zu. Deshalb wollen die weltweit befragten institutionellen Investoren Risiken aus ihren Portfolios nehmen. Darum bauen sie ihre Engagements in Privatmärkten (Märkten abseits von Handelsplätzen mit öffentlich gelisteten Wertpapieren) aus.

Wenn man BlackRock fragt, dann geben mehr als die Hälfte (56%) der weltweit Befragten eine mögliche Wende im Wirtschaftszyklus als eines der wichtigsten Makrorisiken an. Diese haben Einfluss auf Portfolioumschichtungen und Anlagepläne.

Die Umfrage zeigt, dass 2019 vor allem Privatmärkte gefragt sind. Das Umschichten des Risikos auf der Suche nach voneinander unabhängigen Renditen ist ein struktureller, jahrelanger Trend, der weiter anhält. Dabei dürften illiquide alternative Anlageklassen weitere Mittelzuflüsse erwarten. Der Umfrage zufolge wollen 54 Prozent ihre Engagements in Sachwerten bzw. Real Assets ausbauen. In Bezug auf Private Equity wollen dies 47 Prozent und hinsichtlich Immobilien wollen es 40 Prozent.


Was passiert in Deutschland?

Institutionelle Investoren in Deutschland haben ein gesteigertes Interesse im Bereich Infrastruktur. „Der Anteil entsprechender Investitionen in den Portfolios ist zum Beispiel bei Versicherern in den vergangenen Jahren von deutlich unter einem Prozent auf etwa fünf Prozent gestiegen“, sagt Marcus Severin. „Gleichzeitig nimmt das Interesse an ESG-konformen Lösungen über Kundensegmente hinweg zu.“


Weltweit soll der Anteil an Aktien reduziert werden

Von den global befragten Großanlegern will 2019 mehr als die Hälfte (51 Prozent) ihre Aktienpositionen herunterfahren. Das ist extrem viel im Vergleich zu den Vorjahreswerten:

2018 lag der entsprechende Anteil noch bei 35% und 2017 bei 29%. Laut BlackRock deutet das auf einen zunehmenden Trend hin. Dieser ist in den USA und Kanada sehr extrem ausgeprägt. Dort wollen zwei Drittel (68%) ihren Anteil an Aktien reduzieren. In Kontinentaleuropa sind es dagegen nur 27%.

„Der Wirtschaftszyklus dreht sich. Wir denken, dass Privatmärkte Investoren helfen können, die damit verbundenen, zunehmenden Herausforderungen zu meistern“, sagt Edwin Conway, Globaler Leiter des Geschäftes mit institutionellen Kunden bei BlackRock. „Wir betonen bereits seit einiger Zeit das Potenzial alternativer Anlageklassen, wenn es darum geht, Renditen zu erhöhen und die Risikostreuung zu optimieren. Daher sind wir nicht überrascht, dass unsere Kunden nun zunehmend in illiquide Anlageklassen investieren – einschließlich der privaten Kreditmärkte.“


Weitere Zuflüsse wird Fixed Income verbuchen

Die geplanten Allokationen im Bereich Fixed Income steigen deutlich von 29% im letzten Jahr auf 38% in diesem Jahr. Innerhalb der Anlageklasse setzt sich der Wechsel in Privatplatzierungen fort. Denn 56% der Teilnehmer planen in diesem Segment höhere Investitionen. Dazu wollen sie auch andere Fixed-Income-Segmente stärker nutzen, zum Beispiel im Bereich der kurzen Durationen bzw. Zinsbindungsfristen (30%), Verbriefungen (27%) und Schwellenländer (29%). Dabei spiegeln sich Relative-Value-Opportunitäten in diesen Anlagesegmenten wider. Investoren nutzen dabei relative Bewertungsunterschiede.

Darüber hinaus will die Mehrheit der institutionellen Investoren ihre Bar-Bestände 2019 beibehalten oder sogar noch ausbauen. Das gilt besonders für die Region im Asien-Pazifik. Dort plant mehr als ein Drittel (33%) Bar-Positionen auszubauen, um bestehende Portfolios abzusichern.

„Umschichtungen in den Bereich Fixed Income sind bei Pensionseinrichtungen von Unternehmen besonders ausgeprägt. Denn viele Pläne mit festen Leistungszusagen konzentrieren sich darauf, Risiken abzubauen, verbesserte Funding-Level abzusichern und sich auf die Auslaufphasen vorzubereiten“, ergänzt Conway.


Aktien-Planung im Detail: Risiko runter, Alpha- und ESG-Strategien in Planung

Auf kurze Sicht besteht ein weltweiter Trend darin, Aktienpositionen abzubauen und dabei verändern sich der Fokus und die Prioritäten innerhalb der Aktienquote. Hier gibt es drei Überlegungen, die am weitesten verbreitet sind. Zuerst möchte man Portfoliorisiken reduzieren, was bei 41% im Fokus steht. Danach möchte man Allokationen in Alpha-Strategien erhöhen, worauf 32% den Schwerpunkt legen und zuletzt will man sich auf die Umwelt-, soziale und Governance-Aspekte sowie Impact Investing konzentrieren, was bei 28% Priorität hat.



Fazit:

In der heutigen Welt, mit erhöhter Marktvolatilität und größeren Unsicherheiten, müssen mehr Investoren überlegen, wie sie mit Risikoanlagen umgehen. Wichtig für Anleger ist, investiert zu bleiben. Aktien spielen dabei auch weiterhin eine signifikante Rolle in ihren Portfolios, und Alpha-Strategien erfüllen, gerade im aktuellen Marktumfeld, ihren Sinn. Wir von MoreTrading sind der Ansicht, dass Investoren bezüglich ihrer Alpha-Strategien künftig entschlossener handeln werden.


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